Kewatec Aluboat

Case: Work 1370 Rescue

EIN AMBULANZFAHRZEUG AUF WELLEN


Landskrona, Schweden
Martti Vaahtoranta, 7.1.2020

Tyko Brahe – der berühmteste Einwohner der Insel Ven

Landskrona ist eine kleine, aber schöne und schon über 600 Jahre alte Stadt am Öresund in Schonen, Schweden. Das dänische Ufer des viel befahrenen Sundes ist zum Greifen nahe.

An die staatliche Geschichte Skandinaviens erinnert die Insel Ven, vormals „Hven“. Sie befindet sich in der Mitte des schmalen Öresunds. Auf dieser Insel lebte und forschte gegen Ende des 16. Jahrhunderts mithilfe einer Schenkung durch den König Dänemarks der berühmte dänische Astronom Tyko Brahe.

Nach dem Tod des Königs musste er zwar von der Insel ausziehen. Auch von dem Observatorium, das er bauen ließ, ist nichts mehr zu sehen. Die Erinnerung an Tyko Brahe ist aber nach wie vor wach auf Ven und hat einen Anknüpfungspunkt zur Arbeit des Rettungsamtes von Landskrona – und zum Kewatec.

Auch die Insulaner können erkranken

Das Rettungsamt Landskrona kann sich nicht mit den Einsätzen begnügen, zu denen man auf Gummireifen fahren kann.

„Dass wir nie wissen, was auf uns wartet – das ist die größte Herausforderung an uns bei unserer Arbeit. Jeder Unfall ist anders,” sagt Stefan Eriksson, der Feuerwehrmann, der die Verantwortung für die Ausrüstung der Feuerwehr, wie für die Autos und für die Boote, trägt.

Das Rettungsamt sieht das Vorbeugen der Gefahr durch Aufklärung als eine seiner wichtigen Aufgaben. Dennoch kommen Unglücke vor. Brände gibt es immer wieder, und das Erkranken lässt sich nicht voraussagen, auch wenn das Leben auf der Insel gesund sein mag.

Im Falle eines akuten Herzinfarktes oder eines Schlaganfalls oder wenn eine Frühgeburt droht, muss der Patient schnell ins Krankenhaus. Und wenn es zwischen dem Patienten und dem Krankenhaus viel Wasser gibt, muss das Nasse überquert werden können, auch wenn der Wind weht und es in Strömen regnet. Vier Seemailen lang ist die Strecke.

Ja, das Rettungsamt Landskrona muss sich bei Notfällen auch für die Bevölkerung von Ven kümmern. Auf der Insel wohnen rund um das Jahr mehr als 350 Menschen, und in den Urlaubszeiten können es wesentlich mehr sein, denn die Insel ist auch eine touristische Attraktion. Und obwohl auf der Insel ein Krankenwagen stationiert ist und sie eine eigene Krankenschwester hat, reicht es nicht immer aus. Manchmal muss der Patient dringend in das Krankenhaus auf dem Festland.

„Es gibt zwar eine Fährverbindung von der Stadt Landskrona nach der Insel Ven, aber sie ist langsam. Die Fähre fährt auch nicht rund um die Uhr die ganze Woche durch,” erzählt Stefan Eriksson.

Die Feuerwehr Landskrona kümmert sich daher von Amts wegen um die Erkrankungsfälle auf der Insel Ven, wenn ein schneller Krankentransport zum Festland benötigt wird.

„Aus solchen Fällen bestehen 90 Prozent unserer Aufgaben auf Ven“, sagt Stefan Eriksson. Auch eine andere Insel gehört zum Einsatzgebiet der Feuerwehr Landskrona. „Neben Erkrankungen können es Brände und andere Unfälle sein.”

Endstation für das alte Boot

Schon lange ist die veraltete Bootsausrüstung des Rettungsamtes ein Hindernis für das ordentliche Erledigen dieser Aufgaben auf See gewesen. Das alte Boot (Baujahr 1989) war schon in die Jahre gekommen und sehr schwer zu warten. Auch die Krankentransporträume an Bord waren bescheiden.

In der Tat hat das Rettungsamt die freiwilligen Seenotretter hin und wieder um Hilfe bitten müssen. Einen Hubschrauber kann man nicht jedes Mal an die Unglücksstelle bestellen. Er ist bei akuten Fällen auch nicht immer die schnellste Krankentransportalternative.

Diese Situation hat sich im Frühsommer 2018 auf einmal deutlich verbessert, wie die Mitarbeiter des Rettungsamtes Landskrona einstimmig sagen. Damals kam nämlich das neue Ambulanzboot (Kewatec Work 1370 Rescue) in Landskrona an. Innerhalb von nur drei Tagen wurde es auf dem eigenen Kiel aus Kokkola, Finnland, dahin gefahren. Das alte Boot konnte in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet werden.

Ein neuer Stern im Hafen von Landskrona

Tyko Brahe wäre sicherlich angetan vom Namen des neue Ambulanzbootes, wenn er ihn kennen würde: Aus dem Projekt 300-1 wurde Stella Nova, „der neue Stern“. Der Name weist auf ein Buch von Tyko Brahe auf. Das schrieb er, als er zusammen mit anderen Sternforschern seiner Zeit eine neue Supernova im Sternbild Cassiopeia entdeckte. Das Buch heißt „De nova stella”.

Neu ist auch die schwimmende „Stella nova“ – und modern. Zum Beispiel kann das Boot nur durch einen Knopfdruck befohlen werden, mithilfe der modernsten Navigationsausrüstung und der zwei mit IPS-Antrieben versehenen Motoren auf einer Stelle auch im recht harten Wind liegen zu bleiben. Das Boot kann mit dem analog mit den Bewegungen des Bootes funktionierenden Steuerknüppel auch mühelos seitwärts bewegt, beliebig gesteuert und auf der Stelle gewendet werden.

Die Krankentransportkabine des Bootes entspricht derjenigen eines modernen Krankenwagens. Für die mitfahrende Krankenschwester wurde ein eigener, gefederter Stuhl an die vielseitig justierbare Krankentrage eingebaut.

„Die Ergonomie während der Krankentransporte hat sich deutlich verbessert. Auch das Krankenhauspersonal lobt die Krankentransportkabine des Bootes,” stellt Stefan Eriksson fest.

Darüber hinaus verfügt das Boot über zwei Wasserkanonen, die es möglich machen, nicht nur ein Boot in Flammen, sondern auch einen Brand auf dem Lande in der Ufernähe zu löschen. Auf das System kann ebenfalls ein Feuerschlauch angeschlossen werden. So kann das Löschwasser weiter weg vom Ufer befördert und der freiwilligen Feuerwehr von Ven, die mit ihren Feuerwehrwagen an der Brandstelle ist, geholfen werden.

”Stella Nova kann übrigens auch bei Seenotrettungsaufgaben auf ihrem eigenen Revier voll mitmachen,“ fügt Stefan Eriksson zu.

Ja, in der Tat, das neue Ambulanzboot hat keine Angst vor dem Wind und ebenso wenig vor den Wellen. Es wurde schon im groben Seegang Probe gefahren, und die Mitfahrenden waren mit dem Boot sehr zufrieden.

 

Rettungsarbeit auf einem höheren Niveau

Stella Nova ist mit das Beste, was uns beim Rettungsamt Landskrona passiert ist. Die gesamte Mannschaft ist mit dem Boot sehr zufrieden“, sagt Stefan Eriksson. „Das Boot ist einfach zu handhaben, und man lernt schnell, es zu manövrieren. Es ist wichtig, weil wir so viele Bootsführer haben, die dies lernen sollen.“

Auch vom Lieferanten des Bootes, zur Firma Kewatec, gibt es nichts Kritisches zu sagen.

„Wir sind richtig gut unterstützt worden. Feines Personal und ausgezeichnete Zusammenarbeit!“

Die Stella Nova hat auf einmal die Ressourcen des Rettungsamtes bei unvorhersehbaren und daher immer herausfordernden Rettungsaufgaben auf ein höheres Niveau gehoben. Sie ist das richtige Werkzeug, wenn es um die Sicherheit der Bevölkerung auf der Insel Ven und auch anderswo am Wasser und auf dem Wasser geht.