Kewatec Aluboat

Case: Kewatec Work 1560 ORV

KEWATEC WORK 1560 ORV – EIN GUTER BESCHAFFUNGSPROZESS UND EIN ORDENTLICHES WERKZEUG IN DEN DIENST DES RETTUNGSAMTES SATAKUNTA


Pori, Finnland
Martti Vaahtoranta, 7.1.2020

Das Rettungsamt schützt auch die Umwelt

Es klingelt beim Brandmeister Markku Rintala. Es wird gerade im Konferenzraum der Firma Kewatec AluBoat in Kokkola die neue Beschaffung des Rettungsamtes Satakunta besprochen. Jetzt sollte Mittag gegessen werden.

Es ist am Gesicht von Rintala zu sehen, dass es um keine fröhliche Nachricht geht. Unterwegs zur Kantine erzählt er, was gerade passiert ist: Aus einer Fabrik in Harjavalta ist Leichtöl in großen Mengen in den Fluss Kokemäenjoki geflossen. Jetzt hat das Rettungsamt Satakunta einen schweren Auftrag vor sich.

Die Feuerwehr löscht Feuer, tut aber nicht nur das. Sie hat viele weitere Aufgaben. Was sie alle verbindet, ist die Pflicht, Menschen und Eigentum zu schützen – und die Umwelt.

Ein maritimes Einsatzrevier

Markku Rintala arbeitet an der neuen Feuerwehrstation von Meri-Pori („See-Pori“) im Stadtteil Kaanaa der Stadt Pori. Er ist verantwortlich für Verwaltungsaufgaben, für die Personalleitung, für die Planung der Ausbildung und für Finanzfragen. Er führt auch Brandschutzkontrollen durch und nimmt an Einsätzen teil. Auch die Ölwehr gehört zu Aufgaben, für die er in Meri-Pori verantwortlich ist.

Kaanaa ist weit weg vom Stadtzentrum von Pori, aber umso näher am Meer. In der Nähe der Feuerwehrstation ist der Hafen Mäntyluoto von Pori. Häfen und Industrie gibt es auch auf den Inseln, die erst etwa seit einem halben Jahrhundert durch einen Weg mit dem Festland verbunden sind.

Auf diese Insel kann man heute mit dem Auto fahren. Und direkt an der Brücke, die zu den Inseln führt, und auf der Schäre Hilskansaari, befindet sich fast unsichtbar der kleine Hafen der Feuerwehrstation von Meri-Pori.

Dort, in einer mit dem Boot einfahrbaren Halle, gut vor dem Wind und vor dem Regen geschützt, liegt das Schiff, darum es in Kokkola ging, als es bei Markku Rintala klingelte. Im Spätsommer 2018 wurde das neue Ölwehrboot der F-Klasse ”Anne-Marie“ (ein Kewatec Work 1560 ORV) auf dem eigenen Kiel aus Kokkola nach Pori gefahren und anschließend offiziell dem Rettungsamt Satakunta übergeben.

Über diese neue Beschaffung hinaus stehen dem Rettungsamt Satakunta ein weiteres Schiff der F-Klasse, ein Boot der E-Klasse, drei Boote der D-Klasse und vier Boote der B-Klasse zur Verfügung. Ein weiteres Boot ist bei Kewatec bestellt worden. (Nicht alle diese Boote sind in Meri-Pori stationiert.)

Ein vielseitiges Werkzeug für den Archipel und für die offene See

”Anne-Marie” wurde nach den Regeln des finnischen Verkehrsamtes Trafi (heute Traficom) und nach den Empfehlungen des finnischen Umweltamtes (Direktive zur Beschaffung eines Ölwehrbootes) gebaut, und zwar so, dass sie in der Küstennähe auch auf der offenen See und sogar im dünnen Eis fahren kann.

In der Tat war der heftige Wind, der kurz zuvor eine Weile lang beinahe ein Sturm gewesen war, kein Problem, als das Boot aus Kokkola nach Pori gefahren wurde. Schön ließ es sich auch in den noch großen Wellen nur vom Autopiloten lenken.

Auf den Fluss Kokemäenjoki und tief in das Innenland bis nach Harjavalta könnte die „Anne-Marie“ aber nicht fahren. Bei dem dortigen Ölunfall hätte sie nicht helfen können.

In den Häfen von Pori, im Schutz der Inseln und an den weiten offenen Stränden soll dagegen die Mannschaft von „Anne-Marie“ alles Menschenmögliche machen, damit ein eventueller Unfall im Öl- oder Chemikalienhafen weder die Bevölkerung noch die Umwelt, die Sandstrände und im Frühling und im Herbst die Zugvögel, über die die Gegend berühmt geworden ist, beschädigen würde.

Von dem Ölwehrboot aus sollen schwimmende Ölsperren ins Wasser gelassen werden können, um die Unglückstelle etwa an einem Schiff isolieren zu können. Das Boot kann auch Öl aus dem Wasser abschöpfen.

Und selbstverständlich muss ”Anne-Marie” zum Feuerlöschen fähig sein. Die Feuerwehr ist eine Feuerwehr auch auf See.

Auf den Inseln und Schären können sowohl der Wald als auch die Sommerhäuschen brennen. Dann muss man mit dem Boot dicht an den Strand und gegebenenfalls Brandlöschgeräte aufs Land bringen oder die eigene Feuerlöschpumpe des Schiffes zur Feuerbekämpfung benutzen können. Auch die Bootsbrände auf der See und in den Häfen sollen erlöscht oder zumindest die Notleidenden evakuiert werden können.

So gehört ebenfalls der Krankentransport zu den Aufgaben der Feuerwehr. Wasser zwischen den Helfenden und dem Patienten darf kein Hindernis für die Hilfe sein! Auch Seenotrettungsfälle gehören zur Aufgabenpalette der Feuerwehr.

Darüber hinaus muss das Boot seine Besatzung bei einem Einsatz, wo flüssiger Kraftstoff und Chemikalien im Spiel sind, gegen giftige Gase schützen können. Die Steuerkabine soll unter Druck stehen, und Atmungsgeräte sollen zur Ausrüstung des Schiffes gehören. In der Tat ist sogar eine Notdusche auf dem Deck von „Anne-Marie“ mit dabei.

Die Feuerwehrstation von Meri-Pori braucht darüber hinaus ein Boot, damit man die Mannschaft ausbilden kann. Die Feuerwehr übt für Situationen, die sie sich nicht wünscht. Wenn es aber dennoch zu einem Fall, der im Voraus geübt wurde, kommen sollte, weiß man sofort, wie vorzugehen. Dann wird auch der Sinn der allsommerlichen langen Ausbildungsfahrten sichtbar.

  

Ein angenehmer und lehrreicher Beschaffungsprozess

Den Auftrag, die „Anne-Marie“ zu bauen, hat Oy Kewatec AluBoat Ab durch einen normalen Ausschreibungsprozess erhalten. Kewatec hatte viel Erfahrung von der Planung und vom Bau von Ölwehrbooten. Auch der Preis hat gestimmt.

Den größten Teil der Beschaffungskosten von „Anne-Marie“ hat der finnische Ölschutzfonds übernommen. Dieser Fonds sammelt seine Mittel teils als Ölschutz- und Ölabfallgebühren, die für das Öl, das nach Finnland oder durch Finnland transportiert wird, erhoben wird. Teils bekommt er seine Mittel direkt vom Staatsetat.

Durch die Beschaffung von „Anne-Marie“ haben sowohl der Auftraggeber als auch der Auftragnehmer viel Neues gelernt. So sagt Markku Rintala:

”Die Zusammenarbeit war musterhaft. Es war unkompliziert und leicht mit den am Projekt Teilnehmenden zu kommunizieren. Die Planungsbesprechungen waren gut organisiert. Das Projekt war interessant. Wir haben viele neuen Erkenntnisse über den Bau solcher Schiffe gewonnen.“

Das Rettungsamt Satakunta zielt darauf, sowohl die Quantität als auch die Qualität seiner Flotte mindestens auf dem Niveau zu behalten, das sie jetzt hat. „Anne-Marie“ hat die Bereitschaft der Feuerwehrstation von Meri-Pori, die Ölwehr- und Seerettungsaufgaben zu meistern, deutlich verbessert.