Kewatec Aluboat

PEOPLE OF KEWATEC – MIKA KAINU

Martti Vaahtoranta, 8.4.2020

ALUMINIUMTEILE UND FERTIGE BOOTSRÜMPFE

Projektstress

Denkt man nicht genauer nach, kommt man nicht unbedingt darauf, was alles hinter der frisch lackierten Außenseite eines fertiggebauten Arbeitsboots steckt. Das Boot besteht aus unendlich vielen kleinen und großen Teilen und Details, die alle jemand geplant und bestellt, gebaut oder installiert, geschweißt, gestrichen, geschraubt oder angeleimt hat. Und jemand muss das Ganze geleitet und koordiniert haben.

Es ist nicht ganz einfach. Man hat es immer eilig oder sehr eilig. Es werden mehrere Projekte gleichzeitig vorangebracht. Es sind die festgelegten Liefertermine da, die immer näher und näher kommen. Und je näher sie sind, desto heftiger wird der Stress der Verantwortlichen dieser letzten Phase des Prozesses. Dennoch spielt auch die erste Phase des Bauprozesses bis zu dessen letztem Ende eine wichtige Rolle dabei.

Der Grund wird am Anfang des Prozesses gelegt

Einer von denen, die bei Kewatec den Druck des Bauprozesses persönlich mittragen, ist der leitende Vorarbeiter der Aluminiumabteilung Mika Kainu.  Er trägt besonders die Verantwortung dafür, dass die zuvor entworfenen Aluminiumausschnitte, aus denen die Rümpfe und Kabinen zusammengeschweißt werden, rechtzeitig bestellt und auch angeschweißt werden und dass die Rümpfe und die anderen zu schweißenden Teile zum gegebenen Termin fertig sind. Dennoch kann ein eiliger Projektleiter noch in der Schlussphase des ganzen Projektes sich bei Kainu melden und ihn nach etwas fragen.

Alle Schweißer bei Kewatec sind ausgesprochene Profis mit hoher Ausbildung und einschlägigen Zertifikaten. Dennoch trägt Mika Kainu die Verantwortung für die Arbeit in der Schweißhalle. Und diese Verantwortung ist nicht nur moralischer Art, sondern die Arbeitsqualität der Schweißarbeit wird auch ständig kontrolliert. Die Schweisssäume eines jeden Rumpfes werden mithilfe einer Penetrationsflüssigkeit untersucht, und ein Teil der Säume wird auch geröntgt, damit mögliche Fehler ausgeschlossen werden können.

All das wird natürlich genau protokolliert, und die ordentlichen Überprüfungsprotokolle müssen zusammen mit den Dokumenten, die mit dem Boot zu liefern sind, mit dabei sein. Und gerade nach diesen Protokollen fragt der Projektleiter den leitenden Vorarbeiter Mika Kainu, wenn sie aus irgendwelchem Grund nicht schon da sind, wo die Dokumente hingehören.

Auch auf diese Weise trägt der Grund, den Kainu als Leiter der Arbeit an der Aluminiumabteilung von Kewatec baut, das Boot auch noch in der Schlussphase des Prozesses. Es würde ja dem Kunden nicht viel nützen, wenn ein zwar umfassend ausgerüstetes Boot schlecht geschweißt worden wäre und deshalb eine oder mehrere Leckagen hätte.

Vielseitige und motivierende, aber auch herausfordernde Arbeit

Bei der Schweißarbeit müssen sowohl die Schweißer als auch die Arbeitsleitung Kreativität mitbringen. Das ist etwas, was Mika Kainu in seiner Arbeit mag, was aber auch nicht ganz einfach ist.

”Ich mag die Vielseitigkeit meiner Arbeit. Die Projekte sind niemals Kopien von einander. Das hält einen geistig wach“, sagt Kainu.

”Andererseits ist dies eines der großen Herausforderungen an meine Arbeit. Fast alle Boote, die wir bauen, sind Prototypen, neue Modelle, für die neue Lösungen gefunden werden müssen. Man hat die Boote auch nicht immer bis zum kleinsten Detail geplant. Es muss öfters etwas an Ort und Stelle durchgedacht und verarbeitet werden.“

In der Tat arbeiten die einzelnen Abteilungen bei Kewatec nie gänzlich voneinander getrennt und können es auch nicht. Manchmal muss noch in der Montagehalle geschweißt werden, und die Planungsabteilung ist auch in dieser letzten Phase des Prozesses mit dabei.

„Wir haben aber eine feine Arbeitsgemeinschaft bei Kewatec. Ich fühle mich als deren Mitglied und in meiner Arbeit ausgesprochen wohl“, stellt Kainu fest. Und vielseitig ist diese Arbeit, wie er es selbst sagt: Er trägt die Verantwortung für die Zeitpläne der Schweißarbeiten, für die Aluminiumeinkäufe, für die Arbeitszeitplanung, für die Dokumentierung dessen, was gemacht wurde, für die nötigen Kontrollen und für andere ähnliche Aufgaben.

Mika Kainus Weg nach Kewatec

Es ist bei Kewatec nichts Unübliches, dass Mika Kainu keine solche Ausbildung hat, die ihn geraden Wegs in seine jetzige Arbeit geführt hätte. „In der Berufsschule habe ich die Lehre zum Installateur der Heizungs- und Belüftungsanlagen und zum Klempner gemacht. Nach meinem Wehrdienst habe ich mein tägliches Brot aber mit etwas ganz anderem verdient, nämlich durch hauptsächlich Lebensmittel zwischen meiner Heimat Veteli und Helsinki im Dienst des Transportunternehmens meines Vaters mit einem Lastwagen zu fahren.“

Wo er aber als nächstes arbeitete, dürfte schon den Weg in seine künftige Arbeit bei Kewatec bereitet haben. „Ich habe ein Paar Jahre bei Scanfil Oy in Vantaa als Schichtleiter an der Verzinkungsanlage gearbeitet.“

Mehr Erfahrung, die ihn auf die Aufgaben von heute vorbereitet hat, hat Kainu bekommen, indem er das hektische Leben in der Hauptstadtregion verließ und, wieder zurück in der Heimat, etwa ein Jahr an der Firma Tyllis Oy in Kokkola als Schweißer arbeitete und Spezialbeförderungsanhänger und Ähnliches fertigte. Und dann war schon Kewatec an der Reihe.

”Ich habe bei Kewatec im Jahr 2002 angefangen. Der Grund zum Arbeitsplatzwechsel dürfte irgendeine verlockende Zeitungsannonce gewesen sein. Es ist aber lange her, und ich habe eigentlich keine Ahnung mehr, was ich damals gedacht haben mag,“ erzählt Kainu.

Vom Binnenland zum Bootsbauer

Statt Transportmittel für die Landwege hat Kainu schon lange Fahrzeuge gebaut, die sich auf dem salzigen oder auch auf dem Süßwasser bewegen. „Weil ich im Binnenland aufgewachsen bin, habe ich kein eigentliches Verhältnis zum Meer.“ Die Gemeinde Veteli, wo Kainu geboren wurde und wo er mit seiner Familie wohnt, ist weit weg von der Ostseeküste.

Wie aber in Finnland, im Land der tausenden Seen üblich, ist das Wasser als Element an sich Mika Kainu nicht fremd: „Früher habe ich ziemlich aktiv gefischt. Mit einem Außenborder habe ich schleppgeangelt und manchmal auch zu Fischwettbewerben teilgenommen.“

Erfülltes Leben einer Familie mit drei Kindern

Später hat Kainu sein Boot verkauft. „Bei der wachsenden Familie blieb nicht Zeit genug fürs Fischen übrig.“

Zusammen mit seiner Frau Johanna hat Kainu drei Kinder, von denen das älteste 13 Jahre und das jüngste sechs Jahre alt ist. Sie alle treiben Sport – Fußball, Orientierungslauf und Leichtathletik – in ihrer Freizeit, und noch andere Hobbys haben sie. Und wie es sein soll, verbringt der Vater seine meiste Freizeit in diesen Beschäftigungen zusammen mit seinen Kindern. „Zwar mache ich abends auch allein Orientierungslauf,” erzählt Kainu.

Eile im Wald und in der Arbeit

Ein Orientierungsläufer soll nicht nur die Kontrollpunkte finden, sondern er muss auch rennen. Man hat’s eilig.

Diese Eile dürfte aber anders sein, als die Eile in der Arbeit. Die möchte Mika Kainu gerne los werden:

„An der Arbeit hat man das Gefühl einer ständigen Eile. Ach, wenn es sie nicht gäbe! Aber auch dies dürfte wohl nur von einem selbst abhängig sein.“

Ob dies aber stimmen mag? Kewatec als Unternehmen wächst schon lange, und zwar schnell. Das muss auch die Arbeit an der Aluminiumabteilung beeinflussen.

Nicht zögern, mitmachen!