Kewatec Aluboat

People of Kewatec – Kai Autio

Martti Vaahtoranta, 26.8.2019

DIE HELFENDE HAND VON KEWATEC

Auf dem Parkplatz von Kewatec AluBoat erschien irgendwann im Jahr 2018 ein neuer Kastenwagen. Dessen Seiten waren mit Aufklebern versehen. Auf denen war ein von Kewatec gebautes Boot in voller Fahrt und das Firmenlogo zu sehen.

An die Fahrertür war aber der Name „Kai Autio“ zusammen mit einer Telefonnummer aufgeklebt. Hinten dieser Tür fährt „die helfende Hand“ von Kewatec dorthin, wo die Kunden Hilfe brauchen.

Kai Autio (geb. 1957) ist kein Grünschnabel, was diese Dinge betrifft. Sonst könnte er seine Aufgaben nicht wahrnehmen. Zu denen gehören sowohl Arbeitswochen in Kokkola als auch die Fahrten zu Kunden dahin, wohin von Kewatec gebaute Boote geliefert wurden. Mit dabei im Auto fahren Ersatzteile und Werkzeuge.

In Kokkola wohnt Autio praktisch auf seinem Arbeitsplatz. Zu Hause in Kotka wartet auf ihn seine Frau. Hin und wieder bekommt sie ihren Mann zu sich. Sonst ginge es ja nicht.

Autio stammt von einer Schmiedefamilie ab, die auf einer Insel vor der Stadt Kotka lebte. Das Meer und die Boote gehörten immer zu seinem Leben. Sein Vater hat Lachs gefischt und Robben gejagt.

Nach der Schule hat Autio die Ausbildung zum Blechschmied gemacht. Dabei hat er schon gelernt, Aluminium zu schweißen. Als 17-Jähriger machte er sein erstes Boot – aus Aluminium, versteht sich. Und es ist nach wie vor im Gebrauch.

Irgendwie passt es dazu, dass Autio den Wehrdienst in der Marine erledigte. Und letztlich hat er dabei Boote in Suomenlinna gewartet. Wie denn sonst eigentlich?

Das Gelernte wurde auch gebraucht, als aus Autio im Jahr 1984 nach einigen Zeiten Arbeit im Dienst der Anderen und auf dem Trockenen ein Selbständiger wurde. Das Unternehmen hieß „Alumeri KmG“, und der Name sagt alles über die neu gegründete Firma: das Meer und das Aluminium.

Es ging vor allem um Boote mit einem Wasserstrahlantrieb. Das war Autios ”Eintrittswinkel” in die Branche. Es wies auch auf die Zukunft zu.

Damals waren die „Jets“ der Marke Hamilton. Wenn Autio aber heute sich mit Wasserstrahlpropulsion beschäftigt, sind die Antriebe meistens in Kokkola hergestellt. Sie hießen früher Rolls Royce und heute Kongsberg.

Die Rümpfe wurden von einem Ingenieurbüro außerhalb des Hauses entworfen. Sonst musste man die Boote selbst planen. Es waren nicht zwei gleiche unter ihnen. Auch das fast wie bei Kewatec.

Die Kabinen für die Boote wurden anderswo gebaut. Autio musste jedoch auch selbst die Glasfaserarbeiten lernen. Und neben all dem baute er für sich selbst mehrere Boote entweder von Anfang an oder durch alte Boote zu reparieren und teils neu zu bauen. Die Leser von der Zeitung Kippari, die aufgepasst haben, wissen Bescheid!

Dann war im Leben von Autio wieder mal Zeit für etwas Neues: Es kam die Rezession der 90er Jahre und dadurch der Konkurs des eigenen Unternehmens.

Ein Mann, wie Autio, bleibt jedoch auch in einer solchen Situation nicht hilflos am Straßenrand stehen. Jetzt wurde aus ihm ein Mitarbeiter in der Firma, die früher Glasfieberkabinen für seine eigene Firma geliefert hatte. Von nun an war Autio ein professioneller Bootsreparateur.

Später hat Autio sich selbst mit einem kleinen Anteil daran beteiligt. Denn es gab immer mehr Arbeit im Dienst der Firma. Es wurden allerlei Reparaturarbeiten von der Belegung der Holzboote mit Glasfaserverstärktem Kunststoff bis hin zu unterschiedlichen Versicherungsfällen.

In diesem Zusammenhang ist Autio zum ersten Mal der Werft Kewatec begegnet: „Korela Boats“ – so hieß die Firma, in der er arbeitete und die er teils besaß – wartete auch Lotsenboote. Und die wurden aus Aluminium ja auch in Kokkola bei Kewatec gebaut.

Es sah wieder so aus, dass die Zeit für einen neuen Schritt reif wäre. Denn auch „Korela Boats“ hat Bankrott gemacht. Gleichzeitig fing man bei Kewatec an, Autio zu fragen, was er denn jetzt so vorhätte.

Der neue Schritt hat Autio letztlich nach Kokkola gebracht. Vielleicht ist es auch der letzte. Er hat es nicht eilig, wieder wegzugehen. Vielleicht braucht er gar nicht mehr, den Arbeitsplatz zu wechseln.

Denn Autio sagt, dass er nun seine Traumarbeit gefunden hat. Er könnte sich nicht besser auf einem Arbeitsplatz fühlen.

Und es funktioniert auch anders herum: Bei Kewatec wird ein Mann gebraucht, der die Probleme als Herausforderungen, nicht aber als Verhinderungen betrachtet – und der leise vor sich hin singt, wenn er auf den Gängen von Kewatec läuft.