Kewatec Aluboat

EIN ARBEITSBOOT – DIE BESSERE VERSION EINER SPORTYACHT

Martti Vaahtoranta, 31.1.2019

1.

Ich weiß, dass es peinlich ist, aber wegzureden geht auch nicht: Ich bin ein Hobbykapitän. Das Seefahren ist für mich lediglich eine Freizeitbeschäftigung.

Ich hatte zwar Vorfahren, die mit Segelschiffen Holz aus meiner Heimatstadt Rauma nach Deutschland transportierten. Mein Vater hat auch mal dem Nachbarn, dem Profifischer auf See geholfen. Ich selbst aber bin nur mit und auf Sportbooten groß geworden.

Das könnte man als ein „Hobby“ bezeichnen. Andererseits geht es um eine geerbte Lebensweise, die man nicht los wird, auch wenn man es möchte. Ich habe es versucht, gelungen ist es mir aber nicht.

Zu den Arbeitsbooten und zu den richtigen Schiffen hatte ich also kein eigentliches Verhältnis, bis ich im September 2017 meine Arbeit bei Kewatec AluBoat begann.

2.

Davor hatte ich mich nur schwer geärgert, als ein Behördenboot an uns vorbeifuhr. In den riesigen Wellen hat unser kleiner Motorsegler hilflos geschaukelt, und meine Wut hat uns dabei kaum geholfen.

Dieses eigene Boot haben wir aber von einem ehemaligen Seemann und einem erfahrenen Lotsenbootführer gekauft. Er hatte das Boot selbst gebaut und war damit dann fast überall auf der Ostsee und auch außerhalb derer gefahren. Und er erzählte uns, wie schwer es auch ihm in seinem Beruf gefallen ist, zu erleben, wie die Sportbootfahrer ihm zwar eifrig zugewunken haben, als er ihnen mit dem schnellen Lotsenboot begegnete. Danach aber war ihnen nicht mehr nach Winken zumute. Denn dann kamen die riesigen Wellen.

Auf diese Weise verbanden sich in diesem alten Seemann zwei unterschiedliche Welten, Sportboote und Seefahren als Beruf, miteinander. Ich aber musste nach dem Kauf unseres Bootes lernen, an die Maschine tief unter die Plicht zu kriechen, um dort Leckagen an den Kraftstoffhähnen zu reparieren, um Öl im Getriebe zu wechseln, um alte Schläuche gegen neue zu tauschen und vieles mehr, was man so an einem alten Boot zu tun hat.

Es gab aber etwas, was ich nicht tun konnte und auch nicht tun durfte: Das Landstromsystem musste erneuert werden.

Das wurde von einem hoch qualifizierten Profi gemacht. Und ich habe seine Art und Weise, alles ordentlich und richtig, eben profimäßig zu machen, bewundert. Das hat zwar einiges gekostet, war aber es wert. Jetzt haben wir ein robustes und sicheres Landstromsystem, so, wie es an Bord eines professionell gebautes Arbeitsbootes auch sein könnte.

3.

Die Welten von Sport- und Arbeitsbooten sind eben doch nicht so weit voneinander entfernt, wie ich gedacht hatte.

So war ich erstaunt, als ich das erste Mal die Produktionshallen der Firma Kewatec AluBoat betreten durfte. Wir gingen zusammen mit meinem zukünftigen Chef vom Boot zu Boot. Ein von ihnen war noch wie ein Baukasten, das andere schon fast fertig. Doch in allen von denen gab es vieles, was mir merkwürdig bekannt vorkam. Alle diese Boote gehörten zu der Welt, in der ich schon immer gelebt hatte!

Denn das Meer ist dasselbe, egal, ob man darauf zur eigenen Belustigung oder beruflich fährt.

Im Winter ist das Segeln zwar wesentlich härter, als mitten im Sommer. Das ist klar.

Dennoch begegneten mir in den Hallen von Kewatec lauter bekannte Sachen. Zu meiner eigenen Überraschung fühlte ich mich dort wie zu Hause. Denn auch an den Arbeitsbooten findet man einen Motor, ein Elektrosystem, Poller, Anker, Leinen und Fender. In manche von diesen Booten werden auch eine Pentry und Schlafplätze eingebaut.

4.

Dennoch gab es einen wesentlichen Unterschied zwischen diesen Booten und unserem kleinen Motorsegler: diese Boote wurden nach derselben Art und Weise gebaut, wie bei uns das neue Landstromsystem. Hier waren alle Komponente der besten Qualität, hier hatte man alles professionell installiert.

Und vor allem gab es viel Platz in denen. Das war so etwas wie Luxus in den kargen Arbeitsbooten.

Diese Boote wären viel einfacher zu warten als unser Bötchen. Die Motoren befanden sich in einem richtigen Maschinenraum. Alles war leicht zu erreichen. Platz gab es in Hülle und Fülle oder zumindest viel mehr als in einem Sportboot mit jedem genau benutzten Kubikzentimeter.

5.

Dann durfte ich auch mit dem Regelwerk Bekanntschaft machen, nach dessen Bestimmungen die Berufsboote gebaut werden. Lauter vernünftige Gedanken und Ratschläge! So sollen die Boote gebaut werden, wenn man es sich wünscht, sie Jahre und Jahrzehnte lang sicher benutzen zu können.

So etwas wäre gar nicht schlecht auch bei Sportbooten, obwohl man sie meistens nur eine kurze Zeit im Sommer benutzt.

Es ist zwar klar, dass die Qualität ihren Preis hat. Andererseits zahlt sich die gute Arbeit zumindest teilweise zurück, indem das Boot und die Ausrüstung länger aushalten, als bei den sportlichen Eintagsfliegen. Es braucht weniger Pflege und ist einfacher zu warten.

Eigentlich Schade, dass Kewatec bis dato keine Motorsegler baut …